Caribou – Swim

veganischer Bio-House, frisch zubereitet

BIO HOUSE

MWe need help! Wir brauchen dringend mal jemanden, der sich mit Musik wirklich gut auskennt und nicht nur doof rumsülzt, wie wir hier sonst!

Uns fehlt nämlich jemand, der uns – eher einfach gestrickten, konsumistisch verdorbenen, passiven Schafen mal erklärt, wie denn der Industriebegriff / Genrebezeichnung für diesen ganzen tollen Loop-Understatement-Shoegazer-House lautet, den wir hier nur noch hören und testen.

Gibts einen Oberbegriff für den Sound der Manuel Turs, Rippertons und Caribous?


Dieser Sound begeistert mich nämlich derzeit so unheimlich. Hatte zunächst aufgrund des gefühlt 80seitigen Wichtigtuer-Artikels in einer der deutschen Undergroundfaschismus-Journale gedacht, das ist sicher nie was. Aber als des Teufels Advokat dann höchstperönlich bei einem spontan-Set von Connaisseur_J und mir einen Track des Swim Albums unterjubelte, war es eigentlich um mich geschehen.

Caribou ist einer der vielen Pseudonyme des Kanadiers Dan Snaith, der bei jedem neuen Album auch mal gerne komplett den Sound ändert. Mit SWIM hat er nun eine Art veganischen BIO-House Entwurf vorgelegt, der sicher auch das Demeter-Logo bekommen könnte.

(ahhh, wieder ein Punkt von meiner Liste “abgedroschene Rezensentenfloskeln, die ich verwenden muss” gestrichen. “legt Entwurf vor” ist ja voll Prostitution, oder?)
Aus vielen frischen Zutaten und einer ganzen Armada von Gewürzen (selbst gezogen, selbst gepfückt, alles frisch) macht er organische House-Tracks, die hör- und tanzbar sind. Man spürt wie viel er loswerden wollte, denn immer wieder streut er kleine Zutaten hier und da. Dadurch atmen die Stücke, wirken aber keinesfalls vollgestopft oder versampled. Toll auch der Einsatz seiner Stimme: Er nutzt sie wie einen Synthesizer mehr als Effekt, denn als abgesetztes Element.

Fazit: Die servierten Gänge sind durchweg abwechslungsreich. Jedes Gericht hat auch alleine als Hauptgericht seine Berechtigung. Hier kann man schön stöbern und sich seinen Lieblingsgang aussuchen, der sicher bei jedem anders ausfallen wird. Wer was wirklich frisches sucht, aus dem man sich einzelne Tracks rauspicken und bei allen möglichen Gelegenheiten verwenden kann, muss hier zugreifen.

Anspieltipps:
  • 01. Odessa
    ahh, siehe unten das Video. Der Track war vor der Album Veröffentlichung als freies MP3 zu haben. Samples + genialität + freshness.
  • 06. Leave House
    Gutes Beispiel für das Organische. Klingt wie eine Live-Aufnahme. Und wie akustische und elektronische Elemente hier zusammenspielen ist fantastisch. Genial auch die Holden-Einsprengsel ab Minute 3.
  • 07. Hannibal
    Siehe “Leave House”. Kann mich nicht entscheiden.

Odessa Video ansehen:

In das Album reinhören:

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