Oliver Schories – Fields without Fences

Durchgestylte Entspannungs- und Begleitelektronik für audibile Genießer!

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Total unprofessionell ist es, wenn der Grund für die Rezension sowie die Rezeption des Rezensionsobjektes über die Maßen von der Person des Rezensenten abhängen. Wie schön, dass man auf einem privaten Blog nicht professionell sein muss, schon gar nicht hier. Und so kann ich ungehindert belangloses von mir geben. Zum Beispiel, dass Oliver Schories’ drittes Album in vier Jahren vor allen deshalb rezensiert wurde, um dem Autor etwas Abwechslung aus der selbst gewählten Isolation aus Drum’n Bass, UK Bass und UK Garage zu bescheren.

Denn was für eine gute Gelegenheit: Ein ganzes Album voller netter Plätschertronika! Der Pressetext spricht wortgewaltig von “truly captivating, emotional and spiritually enlightening journey“, Thump/Vice disst es als jedemrechtmachenwollende Ansammlung von Belanglosigkeiten Oliver Schories ist nicht Van Damme, sondern ein mittelgroßer gemischter Salat)

So was weckt natürlich das Interesse der sensationslüsternen Laienpresse (ws dazu führt, dass man sofort das lesen weiterer Artikel darüber einstellt). Wie zu erwarten, treffen beide Aussagen den Nagel auf den Kopf:

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Niko Schwind – Grippin’ World


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Wer mein belangloses Vorgeschichtengeplaenkel überspringen möchte und mal wieder Jubelperser bei der Arbeit sehen möchte, der scrolle nach unten.

Das waren noch (Gründer-)Zeiten damals. Als hier in trauter Zweisamkeit Battlerezensionen statt fanden. Musikpolitische Diskurse elegischen Ausmaßes, die sicherlich noch nie jemanden außer den beiden Protagonisten etwas bedeuteten.
Aber alles wird anders. Und so hat sich mein treuer Gründungskollege Jmittlerweile ein Leben zugelegt, dass eigene Rezensionen nahezu unmöglich machen. Ich ging fest davon aus, dass er wenigstens noch Rezensionsaufträge delegieren oder outsourcen würde. Aber selbst dazu fehlt die Priorität. Statt dessen unausgesprochene Wünsche und Sehnsüchte, die sein stetig wachsender Mitarbeiterstab erfühlen und doch so gleich umzusetzen hat.

Solch einen unausgesprochene Erwartungshaltung äußerte er anlässlich eines jüngst stattfindenden Strategiesymposiums unseres Unternehmens in einem wichtigen Kurort dann sehr unterschwellig: Beim Abspülen in der Küche droppt also mein lieber Kollege einfach so ohne Vorwarnung das Lied “Perfect Fit“. Es ist die erste Single-Auskopplung aus dem dritten Album “Grippin’ World” des in Trier geborenen, mittlerweile in Berlin lebenden Niko Schwind. Es wurde, wie auch der Vorgänger, auf Oliver Koletzki’s Stil vor Talent Label veröffentlicht. Einem Musikkosmos eigentlich weit entfernt von meinem, dem ich maximal einmal im Jahr auf der Stuttgarter SEMF begegne. Wähnte ich zumindest. Hatte ich irgendwie unter “Deutscher Techno” falsch abgespeichert.

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Unsere Geschenktipps 2013


Weihnachtsgeschenke!
Ausgelatschter geht’s kaum in einem Blog. Dachtet Ihr. Checkt mal die Historik: Langjährige (aka vor langen Jahren einmal) Erfahrung in der Beratung, was man denn nun schenken sollte ist hier zu Hause! Hammer Überleitung, denn es geht um Musik, die man (auch) Personen schenken kann, die nicht jede Hyperdub Katalognummer auswendig kennen oder Ihre Fabric First membership ID. Auf diesen Artikel habe ich mich soo lange gefreut, ist doch der missionarische Auftrag unsere Grundmotivation.

Leuten also, die wehrlos Eurem missionarischen Eifer ausgesetzt sind, die Welt musikalisch ein Quentchen besser zu machen. Zudem beste Entschuldigung, mal Alben zu erwähnen, die wir zu rezensieren verschlafen hatten. Endlich mal wieder tolle Wurst also. Sit Back and Order alles als CD und dann verschenken. Am besten zum neuen Jahr und nicht an Weihnachten, das geht ja dann doch nur unter.

Hier also unsere subjektive Auswahl schöner “Homelistening” Alben des Jahres 2013, die man auch bei kalter Jahreszeit sehr gut hören kann. Ja, man muss alle besitzen. Ja man muss mindestens eines davon verschenken:

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Ackermann – Brothers

In Stuttgart sind nicht nur die Bahnhofspläne tief.

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Man, was für eine obermiese Headline. War mal wieder von der Geschäftsleitung verordnet wegen erhofftem Traffic. Mumpitz natürlich. Egal, to the point:

Einmal Augur sein. Einmal einen Ereignis der Gegenwart korrekt in die Zukunft extrapolieren. Man weiß es halt nicht. Oder will es hinterher nicht mehr wissen, weil man so daneben lag.

Ich glaube aber, diesmal liegen wir richtig: Mit Ackermann betritt ein neuer Künstler die Stuttgarter Deep House Bühne. Es gibt zum Zeitpunkt dieses Blogeintrags noch nicht mal eine veröffentliche Single. Aber hören kann man die schonmal. Ab Minute 38 ungefähr in Ackermann’s Mix auf Soundcloud. Sein Debut Track Brothers ist so ziemlich genau die Art von House, die mir das Leben versüßt. Und sweets teilt man ja bekanntlich gerne.

Listen & Download Ackermann’s Mix and hope for the single to be released soon!

Update 04.11.2013: Jetzt ist die Single urplötzlich auf dem stuttgarter Label Traktor Records erschienen.

Go to Beatport.com Get These Tracks Add This Player


Ackermann auf Facebook

Deepchord – Sommer

Direkt ins Blut

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Hä? Es kommt mir vor, als hätte ich hash-bar loops, das letzte Album von Rod Modell aka Deep Chord gerade erst fertig gehört und jetzt kommt mit “Sommer” schon sein nächstes Album? OK es war tatsächlich 2011, aber er releaset ja jedes Jahr ein Album als Deepchord oder Echospace.

Das neue Album also Sommer. Und das heisst im Dub Techno, dass auch mal hellere Töne vorkommen dürfen und die Beats beschwingter sind, was allerlei Percussion Samples unterstreichen. Das Tempo ist auch relativ hoch, das war mir bisher nie so aufgefallen. Ansonsten rauscht, mumpft und zischt es so, wie es soll und drunter pulsiert ein Beatgehoppel. Sehr schön auch das Kommentar eines (hmm komisch, US Kunden), der dachte, die Vinyl wäre kaputt, weil alles so dumpf und verrauscht klingt. Works as designed und this bug is a feature, just rtfm! kann man da wohl nur sagen.

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Tokyo Dawn Records – The Move

Abwechslungshouse für besondere Gelegenheiten

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Tapetenwechsel bei unserem geliebten Tokyo Dawn Records (TDR) Label: Diesmal hat man einen House Sampler veröffentlicht, auf dem man alle bisher unveröffentlichten House Remixe der sonst Soul, Funk und Downbeat Tracks veröffentlicht hat.

Heraus gekommen ist ein breites Spektrum an House Tracks aller Sorten und Geschwindigkeiten, bei dem trotz der großen Bandbreite an Stilen und Remixern der Labelsound von TDR irgendwie gut erhalten bleibt.

Die Stücke klingen überwiegend (bis auf siehe ganz unten) “besonders” im positiven Sinn und fordern förmlich dazu auf, sie zum Würzen in Sortenreineren Sets zu verwenden.

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Session Victim – The Haunted House of House

Unfassbarkeitshouse!

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Wenn das mal kein Wink des Schicksals war: Unsere (mittlerweile sich entwickelnde, früher war ja alles top-niveau, kar!) Planlosigkeit auf dieser Seite mag dem ein oder anderen fast schon gewollt vorkommen, aber sie ist schlichtweg Ergebnis der Auswirkung des “real life” auf unser Musikleben.

Und so war mir Session Victim absolut gar kein Begriff (obwohl deren Track Lage Processor auf Maya Jane Cole’s fantastischem Mixmag Mix enthalten war und obwohl ich deren 2011er Sommerhit Track Good Intentions wohl bereits schon im Unterbewusstsein gespeichert hatte), bis ich mich wirklich, echt und ehrlich beim track surfen auf juno verklickt habe und mein Juno Player pleotzlich voll mit Tracks aus deren Debut Album “The Haunted House of House“.

Und nach wenigen Minuten war sofort klar, dass ich hier auf eine Goldader gestoßen war!
Das war ein erweckungserlebnis wie bei Burial, Merka oder Milton Jackson.

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Caribou – Swim

veganischer Bio-House, frisch zubereitet

BIO HOUSE

MWe need help! Wir brauchen dringend mal jemanden, der sich mit Musik wirklich gut auskennt und nicht nur doof rumsülzt, wie wir hier sonst!

Uns fehlt nämlich jemand, der uns – eher einfach gestrickten, konsumistisch verdorbenen, passiven Schafen mal erklärt, wie denn der Industriebegriff / Genrebezeichnung für diesen ganzen tollen Loop-Understatement-Shoegazer-House lautet, den wir hier nur noch hören und testen.

Gibts einen Oberbegriff für den Sound der Manuel Turs, Rippertons und Caribous?

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