Gut abgehangen: Jean F. Cochois presents Deep Train 3 (09.2004)

Wir sagen: läuftundläuftundläuft…!

Connaisseur_M: Mal was anderes für zwischendurch: “Gut abgehangen” bedeutet, dass wir “damals” vergessen hatten, diesen CD Review zu veröffentlichen. Dann eben jetzt, weil’s so schön ist.
Bei vielen der CDs, die hier auf Connaisseur vorgestellt werden, wird beim Hören ja entweder das Gehirn zum Nachdenken, zur Serotonin- und/oder Adrenalin-Ausschüttung gebraucht, um dannach in die Beine (DnB) oder den Hintern (Downbeat) zu gehen. Bei ??deephouse??/??dubhouse?? Tracks, geht es aber irgendwie direkt am Gehirn vorbei und direkt in den Bauch? Böse Geister behaupten dazu, dass diese Musik so flach ist, dass das Gehirn sie einfach gar nicht wahrnimmt und daher links rein und rechts raus. Ich gehöre eher zu der Fraktion, bei der diese Musik die normalen Eingangsfilter zu umgehen scheint und direkt ins Herz der Wäsche vordringt.

Jean F Cochois, normalerweise als ??Timewriter? bekannt, liefert hier einen absolute überall tauglichen Mix von ??Deep? und ??DubHouse?? in durchaus auch mal technoider Couleur ab. Es ist einfach schön zu hören, wie die Tracks laufen und laufen und laufen und sich irgendwann nur schwer abschalten lassen. Diese Musik ist reine Applikationsmusik. Die will nix können. Nur einfach immer durchlaufen. Es passiert auch total konsequent gar nichts wirklich spannendes. Aber genau das ist ja gerade das schöne. Is ja auch sonst immer genung los, oder?

Anspieltipp:

  • 01 – Bioground ?? Affinity
    (Sofa Dub mit Sahne-Vocals. Mal schaun?? was der J. sagt.)
  • 09 – Ian Pooley & Magik J – Heke (Magic’s Tasman Dub)
    (So muss diese Musik klingen. ?berall die Trademark Sounds. Funktioniert sofort.)
  • 13 – Solar Plexus – Solar Plexus (Masiello Blades Page Remix)
    (siehe 09. Ich wiederhole mich. Hm, vielleicht einen Hauch zu ??trancig???)
  • 14 – Pascal Feos – Self Reflexion (Jean F. Cochois’ Timewriter Remix)
    (Bei diesem und auch den beiden anderen Timeweiter-Remixen auf dieser Compilation hört man schön deutlich seine veredelnde Handschrift raus.)

Connaisseur_J:
Ach, M. manchmal möchte ich dich einfach in die Arme schlie?en. Das mag vielleicht am aufkommenden Sommer und der dadurch entbrannten Gefühlswelt liegen, (die lange Phase der Kälte will schlie?lich erstmal kompensiert sein!) oder daran, dass du zum richtigen Zeitpunkt alte Sachen wieder ausgräbst. Und das soll jetzt bitte nicht nach “früher war alles besser” klingen. Nein, aber es gibt doch -wie ich finde- gerade im Deep,-Minimal,-Techhouse oder wie immer Ihr das nennen wollt, einfach Mixes die zeitlos geworden sind. Ohne Probleme schocken mich Sachen von 2002 von deeprhythms.com, deephouseradio (M. ich sag’ nur Sit’n’Spin!!!) oder wie sie auch heissen mögen heute noch immer. Und warum? Ich teile deine Meinung, Herr Doktor M.: Weil es so angenehm unaufgeregt ist. Weil die Mukke nichts von Dir verlangt. “Mach was du willst, ich lauf’ hier mal so, aber kriegen werde ich dich doch irgendwo”. Gerade jetzt in lauen Sommernächten oder am frühen Abend, gemütlich um im Hintergrund zu laufen, die Gespräche gehen weiter und erst viel später ertappt man sich, dass man sich im Takt unterhält, der Fu? des Gegenübers schon verdächtig mitwippt und irgendwie der ganze Abend von einem leichten Sog erfasst wird, der alles in seinen Rhythmus bannt. Sehr unauffällig, die Undercover-Antriebs-Maschine. Bei der jeder mitmachen kann, aber nicht muss. Denn: “Die tut nix, die will nur spielen”.
In diesem Sinne: Macht schon mal den Grill an, ich bin gleich da.
Und ja, um diese Frage noch zu beantworten: I do like Track 1 (Bioground- Affinity) und Solar Plexus ist ohnehin der Hammer.

Reinhören:
Hab’s bei Soulseduction nicht gefunden, deswegen hier bei Amazon reinhören.

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