In eigener Sache: Maßnahmenpaket gegen die Einseitigkeit

Sehr geehrte Leser,

auch Ihr Lieblings-Blog “musik. kritik. les connaisseurs – raus-aus-der-Prostitution” ist Opfer der weltweiten Wirtschaftskrise. Unsere Artikelproduktion im 4.Quartal 2008 und 1. Quartal 2009 liegt bis zu 70% unter den Werten des jeweiligen Vorjahres. Über die vielfältigen und auch für uns nicht vorhersehbaren makroökonomischen Gründe für diesen Einbruch bei uns haben Sie sicher ausführlich in den jüngst erschienenen Berichterstattungen führender Wirtschaftstitel lesen können.

Der Erfolg dieses Blogs ist nicht zuletzt das Ergebnis der hervorragenden Leistung einzelner Mitarbeiter. Diese haben in den vergangenen Monat nahezu Übermenschliches geleistet und weit über die Grenzen des Belastbaren daran gearbeitet, dass dieser Blog ein fester Bestandteil Ihres Unterhaltungs- und Informationskanons im Internet bleibt.

Auf Dauer lassen sich jedoch negative Auswirkungen auf Gesundheit und Psyche einzelner Redakteure trotz unseres überdurchschnittlich guten Angebotes an innerbetrieblichen Gesundheitsmaßnahmen leider nicht vollständig ausschließen. In einem besonders tragischen Fall hat dies bei einem unserer verdientesten Ressortleiter zu einer akuten sogenannten “Trommelbass-Psychose” geführt.
Bei dieser bisher noch weitgehend unerforschten Hirnstörung leiden die Patienten unter musikalischer Monokultur, in dem emotionale Reaktionen bei der Rezeption von Musik nur noch durch Drum’n Bass möglich sind. Die Patienten leiden unter Wahrnehmungsstörungen, die dazu führen, dass z.B. selbst Tracks von DJ Hazard spät nachts auf voller Lautstärke beruhigend wirken und spontane Euphoriegefühle auslösen. Im Endstadium dreht sich bei den Betroffenen alles nur noch um Drum’n Bass Alben, Blogs, Internet-TV, Sparten-Magazine oder Podcasts. Sie sind unfähig, andere Musikstile anzuerkennen und erkennen diese oftmals gar nicht als Musik, sondern denken, es handelt sich um Umweltgeräusche oder gar Lärm.

Diese bedauerliche Krankheit hat bei unseren Artikeln daher in den letzten Monat zu einer für Sie deutlich wahrnehmbaren Drum’n Bass Monokultur geführt. Hierfür möchten wir uns an dieser Stelle in aller Form entschuldigen. Unsere bisher ergriffenen Maßnahmen (Nicht-Veröffentlichung von völlig unzurechnungsfähigen Rezensionen über die Alben von Danny Byrd, Mistabishi, den Autonomic Podcast von dBridge & Instra:Mental und vielen weiteren Artikeln in diesem Bereich) haben bisher nur dazu geführt, dass der Artikelausstoß in Summe weiter gesunken ist.

Daher haben wir uns entschlossen, mit einem Bündel von Artikeln in anderen Musikbereichen gegen die anhaltende Artikelflaute anzukämpfen. Die ersten Auswirkungen dieser Maßnahmen werden in den nächsten Tagen und Wochen hier zu sehen sein.

Ausdrücklich möchten wir uns in diesem Zusammenhang bei der “Gesellschaft zum Schutz vor Drum’n-Bass Überladung bei musik.kritik.les connaisseurs e.V.” (GESCHE) bedanken, die mit ihren kritischen Hinweisen und Verbesserungsvorschlägen eine unverzichtbare Säule für unser Qualitätsmanagement geworden ist.

4 thoughts on “In eigener Sache: Maßnahmenpaket gegen die Einseitigkeit

  1. *Sehr geehrte Geschäftsleitung,*

    *hiermit möchte ich offiziell gegen die Fehl-Diagnose des Werksarztes Beschwerde einlegen!*

    1) Zunächst ist der behandelnde Werksarzt wegen Befangenheit nicht in der Lage, eine unabhängige Diagnose meiner angeblichen “Krankheit” durchzuführen.

    Ich habe ihn MEHRMALS dabei gesehen, als er T-Shirts mit ketzerischen Aufdrucken wie ” *Booka Shade* “, “I love Richie” oder ” *Villalobos es un dios* ” getragen hat. *Hallo!?* Wir kann so einer mir da eine Diagnose stellen ohne nicht befangen zu sein und mir was anzuhängen?

    2) Es ist ja keine “Krankheit”, sondern die Wahrheit! Wenn es geniale Drum’n Bass Musik gibt, dann, dann, ja dann M?SSEN wir es doch allen sagen!? Hier ein paar Beispiele, die klar zeigen, wie ernst unsere Lage ist und dass wir als Blog hier Stellung beziehen müssen:

    – Zum Beispiel müssen wir doch gesetzlich fordern, das jeder die im Juli erscheinende Compilation “Sick Music” auf Hospital kaufen muss!

    – Oder dass es *saftige Bu?gelder* geben muss für alle, die die neuen Tunes von Cyantific (Empty Streets) oder Logistics nicht genial finden oder diese vielleicht sogar gar nicht kennen!

    – Au?erdem müssen die Leute jetzt endlich erfahren, dass “Wonder where” von dBridge *in Wahrheit von Aliens aus der Zukunft mit einer Zeitmaschine* in unsere Zeit gebeamt worden ist! Jawoll, *GEBEAMT* !

    Darauf habe ich bei der letzten Abteilungssitzung bereits *ausdrücklich hingewiesen* , aber bisher ist von Ihnen nichts unternommen worden. Auch meine Briefe und Faxe an die deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt und die ganzen Emails an die Jungs bei der NASA sind bisher unbeantwortet geblieben! *WIR M?SSEN HANDELN UND ES ENTH?LLEN* !

    *So und jetzt zieht mir endlich diese dämliche Jacke aus und macht die Tür auf* !

    *Das ist echt nicht mehr witzig jetzt* !

  2. Das errinert mich an meinen älteren Bruder der nach 15 Jahren immer noch die Punkmusik aus seiner Skaterzeit hört, so NOFX und Lagwagon.

    Also ich als langjähriger Leser empfehle euch das neue geleakte Album von Produzent Danger Mouse, den man vom Grey Album und Gnarls Barkley kennt. “Danger Mouse and Sparklehorse Present: Dark Night of the Soul.” Schaut euch mal die wiki davon an und wendet euch an den torrenthändler eures vertrauens und hört mal rein. sehr empfehlenswert!

  3. “Gesellschaft vom Schutz vor Drum n’ Base ?berladung bei musik.kritik.les connaiseur e.V.” 🙂 …ein Grundpfeiler unserer Gesellschaft !

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