Nu:Tone – Back Of Beyond

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Wenn ich so viel Drum’n Bass testen kann, darf mein Kollege ruhig noch weiter in Urlaub sein!

Das die Zeit vergeht merke ich aber auch so. Oder anders: Woran sieht man, dass man alt wird? Das man bei der neuen Nu:Tone sagt, “Häh, war die letzte nicht erst letztes Jahr?“. Von wegen. “Brave new world” war schon in 2005. Kinder wie die Zeit vergeht! (Wem bei solchen Platitüden schlecht wird, also der darf das jetzt dann auch mal sagen).

Also mir kam’s vor als wär’s erst gestern gewesen. Ganz im Gegenteil zum Album, dass sich eher weniger nach gestern anhört. Nu:Tone perfektioniert hier seinen Stil, der weniger housig-euphorisch sondern eher souliger und electo geworden ist. Das Album erschien mir auf Anhieb Home-Listening-tauglicher als das letzte. Nachteil dabei: Ein Pendant zu “Three Bags Full” oder ein “Strange Encounter” könnte dem einen oder damit vielleicht fehlen. Die wenigen “Dancefloor”-Stücke (wie z.B. Goofy oder Never together) wirken dagegen fast schon bemüht und klingen etwas mehr nach Pflichtprogramm. Als hätte er eine geforderte Mindestanzahl an rougheren Stücken abliefern müssen.

Die Tracks kamen mir wie gesagt, etwas “elektronischer” vor, an manchen Stellen erinnert es mich an die ersten John B. Alben (oder darf man seinen Namen nach “Electroclash” hier gar nicht mehr nennen?). Die Nu:Tone-Hospital-House-Orgel + Vocal Songs dürfen natürlich nicht fehlen. Von ferne betrachtet wird es bei solcher Musik fast unsinnig, das noch als Drum’n Bass zu bezeichnen, denn au?er dem Tempo und den Drums ist es einfach schöne elektronische Soul Musik. Dezenter Drum’n Bass für Erwachsene?

Für alle, die auf sowas stehen, wird hier erstklassiges geboten. Das ist so ein Ding, das sehr lange laufen kann, ohne sich durch zu offensichtliche in-your-face-Effekte früh abzunutzen.

Anspieltipp:
  • 01. Nu Tone & Pat Fulgoni – Beliefs
  • Habe ich gesagt “ohne in-your-face”? Vergesst es. Er ist natürlich so schlau, gleich am Anfang den Hospital-will-was-für-die-Meute Track abzuliefern. An sowas kann ich mich ja immer noch nicht satthören.

  • 03. Nu:Tone & Natalie Williams System
    R’nB mit ordentlichen Beats und Pop-Refrain! Hätte auch auf einer London Electricity oder – mit rauheren Beats – auf einer Shy FX eine gute Figur gemacht. Ich bin so leicht zu überzeugen. Da braucht nur so ein Track am Anfang der CD zu sein, und schon werde ich weich.
  • 07. Nu:Tone & Logistics – Say hello wave goodbye
    Mit wave kann hier nur der schöne Wobbelbass gemeint sein, der hier perfekt mit einem Chorsample kombiniert wird. Gleichzeitig hart und weich. Das meine ich mit dem “John B. Visions”-Feeling
  • 11. Boy Who Lost His Smile
    Hätte das für einen High Contrast gehalten. Die Beats mit dem dauernden Crash Cymbal und der Basslauf. Genial. Ach so, die neue High Contrast kommt ja auch bald. Und die EZ-Rollers! (Hmm, ob ich auf Kreuzfahrt schicken soll mit dem Vorwand, er solle da undercover die Musik der Schiffs-Enterteiner rezensieren? Mal sehen ob ich das Reisebudget beim Herausgeber genehmigt bekomme…)

Bei loop23.com reinhören:



2 thoughts on “Nu:Tone – Back Of Beyond

  1. Halt – Halt!
    Die hatte ich im Urlaub dabei und war begeistert. Denn mehr “happy-happy-joy-joy” geht nicht. Und -ein Wunder- das Ding läuft rauf und runter und nervt mich nichtmal. Also davon kannst Du ruhig mehr liefern, werter Kollege.
    Super-gute-Laune-enge-Pa?stra?en-durch-die-Alpen-cruisen-Mukke.
    Da stört nicht mal mehr, dass im August die Schneefallgrenze kurzzeitig auf 2200 Meter gesunken sind, denn den schmilzt der Sound locker weg. So jetzt auch meinerseits genüg Platitüden abgelassen.

  2. pah, Herr Connaisseur_J leider mu? ich Sie hier berichtigen!
    Für Pa?stra?en empfiehlt sich zweierlei:
    alles von Crystal Methode, einfach die perfekte Autofahrmusik.
    Und speziell für das Cruisen durch die Berge: THE DOORS!
    Die Sonne geht langsam auf, die Berge eingetaucht in ein mystisches Blau und dazu The DOORS, einfach perfekt.

    Lächle und fresse die Kilometer und am Ende scheint dir die Sonne vor Glück aus dem Ar*** 🙂

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