Sub Focus – Sub Focus

Unter den vielen Missionen, die wir mit dieser Seite verfolgen ist eine der wichtigsten, dass wir hinter den Hype schauen wollen. Also egal wie sehr die Erwartungen durch Singles, Interviews und Live Events aufgeputscht wird, trotzdem Alben alleine wegen der Musik zu bewerten und auch bei von uns in der Vergangenheit geliebten Künstlern nicht gleich in vordefinierte Jubelarien zu verfallen.

Zu diesem Blog gehört dann natürlich auch die niemals enden wollende Beschreibung unseres ständigen Scheiterns in dieser Mission. Jedes mal neu zu beschreiben, wie wenig uns das gelingt und wir statt dessen voreingenommenes jubeln, jubeln, jubeln oder dissen, dissen, dissen.

Und klar ist uns bewusst, dass (vermeintliche) Objektivität der grö?te Spielverderber des Musikgenusses überhaupt ist, denn was ist schöner als sich dem absoluten Fan-sein hinzugeben. Und so freut es mich ganz besonders am Beispiel des Debut-Album von Sub Focus zu zeigen,
wie kläglich ich versage und vor allem wie glücklich ich dabei bin!

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So gehört zum Zelebrieren dieser Voreingenommenheit z.B. seit Anfang 2008, an dem vom Album bei Fabio’s Radioshow die Rede war, bis heute immer wieder zu googeln, ob’s endlich so weit ist mit dem Release. Oder Essential Mix herbeizusehnen und sich davon umhauen zu lassen. Oder Release-Date genau zu verfolgen und noch in der selben Nacht die Dinger als MP3 zu kaufen, weil ich den Versand der CD nicht erwarten kann. Und dann seit 3 Wochen jedes Tune immer und immer wieder auf Dauerrotation laufen zu lassen.

Und einfach begeistert zu sein. Im Knowledge Interview sagte er, dass er letztes Jahr nach dem Durchbruch mit Timewarp kein Album rausbringen wollte, dass nur aus RAM-Dancefloor-Material bestand und lieber etwas unterschiedlichere Tracks für ein Album machen wollte. Das kann man entweder als generische “Musst du im Interview immer sagen als Dancefloor Act mit Album“-Aussage abtun oder sich anhören, wie erfolgreich er dieses Versprechen in die Tat umsetzt:

Als RAM Records Kind und Vater des Techno-n-Bass Hits Timewarp hätte es auch technoides Peaktime-Geprügel sein können, aber statt dessen grast er ein weites Feld zwischen allerhand dunklen, schnellen, trancigem, breitwandigem, under- und overgroundigem ab und macht dabei eine gute Figur. Der polierte, technoide Sub Focus Sound bleibt immer erkennbar, trotzdem kann er glaubhaft zwischen Poptune, Pendulum-Stadium-Rock, Dubstep, Techstep und Oldschool hin und herwechseln.

Klar, das Ding ist nichts für sanfte Zwischentöne, es geht immer Vollgas, aber mit Stil und ausgefeilten Details an alles Ecken und Enden. Rückblickend vielleicht das “Hold your Colour” des Jahres 2009 und auch vom Sound und den Hooks an vielen Stellen ähnlich wie das Pendulum Debut von 2005, nur elektronischer. Letztes Jahr hätte man sich noch an den Kopf gefasst ob der Entscheidung das Album ein Jahr später rauszubringen, aber er schien wohl geahnt zu haben, dass dieses Jahr eines der stärksten des Genres werden würde und sein Album so gut ins hier und jetzt passt wie selten eines.

Zu diesem Soundtrack macht das Lesen der einen oder andere feuilletonistischen Parallelwelt noch mehr Spa?, in der von einer Stasis die Rede ist, von der sich DnB bis heute nicht erholt hätte oder von einem weiteren Niedergang eines bereits gestorbenem Genres.

Wer das Gegenteil hören will, braucht nur hier anzufangen.

Darum braucht Ihr dieses Album – JETZT SOFORT!
Und zum offensichtlichen Scheitern des Rezensenten gehören auch seine offensichtlichen Anspieltipps:
  • 06. Rock It
    Sub Focus goes Pendulum im slicken Techno Banger Stil. Das ist die personifizierte Corporate Identity von RAM Records! Bald wahrscheinlich unanhörbar, weil zu Tode gespielt.
  • 03. Follow the Light
    Trancig, breit, flächig, technoid, angenehm. Erinnert irgendwie an den American Beauty Track. Einmal gehört, geht mir der Track nie mehr aus dem Ohr. Erstaunlich wie sehr dieses Stück gleichzeitig Dancefloor und auch wieder nicht ist.
  • 04. Last Jungle
    Klar, jeder muss jetzt ein Jungle-Oldschool Track machen. Aber hey Logistics, hör mal er, wie man das macht. GENAU SO!
  • 10. Could this be real
    Ich kann auch Radio1 Daytme Radio Dubstep+House+Soul+Pop machen wie Chase & Status” sagt Sub Focus. Und Mann, wie das reinhaut! Unfassbar, wie simpel der Groove ist und wie wenig Elemente er dazu braucht (90er House Pianos, Generisch nichtssagende Dancefloor Vocal, Wobble Bass). Mein Favorit.
  • 12. Time Warp
    Offensichtlichkeit Galore! Damit fing vor eineinhalb Jahren alles an. Das war sein Durchbruch und mittlerweile ein absoluter Klassiker von Techno’n Bass. Must Love!

In das Album reinhören:

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One thought on “Sub Focus – Sub Focus

  1. Ich bin froh das mal wieder was gekommen ist. Mir gefällt das Album sehr gut und Triple X geht einfach nur derbe ab!!!!!!!!

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