The Field – from here we go sublime

Wir meinen: schlampig und unfertig

Connaisseur_J sagt:

Nach dem ersten Hören erst mal bei der Polizei vorgesprochen. Hier liegt ein schwerer Fall von Druffi-Mukke vor und beim durchzappen möchte ich manchmal fast schreien: “Westfalenhalle, seid ihr voll drauf?”. So eintönig wummern die Betas im Hintergrund und so einfach gestrickt sind die Melodien. Und das soll noch keine Wertung sein, denn das mu? nicht prinzipiell schlecht sein. Und auch bei diesem vorliegenden Fall kann man einzelne Tracks durchaus mal hören, wenn auch selten in voller Länge. Als komplettes Album ist es jedoch aufgrund der ständigen Wiederholung nicht gut zu ertragen.

Ich denke, dass ist halt ähnlich wie beim Stricken:
Mit der immer gleichen Masche kann man wohl auf Dauer nicht auskommen und es wird im Grunde genommen auch nie ein fertiger Pullover draus. Denn eine Masche – die ewig Gleiche noch dazu- reicht vielleicht um einen Schal zu produzieren, aber für was komplexeres eben nicht.
So ist das auf diesem Album: Da hat jemand tatsächlich gedacht, dass man mit einfachen & geradezu billigen Mitteln ein ganzes Album machen kann. Beat wummert, 3 Sekunden Sample läuft im Loop, in der Mitte ein Break, da läuft der Sample dann 15 Sekunden, ein, zwei Flächen: fertig.
Und ich denke mir: So nicht Freunde! Das mag ja bei “Everyday” oder “Over the Ice” noch ganz nett rüber kommen aber “The little heart beats so fast” nervt dann schon nur und “From here we go sublime” ist dann eine einzige Unverschämtheit.
Und wir hatten es ja schon öfter davon: Hätte das Musik-Bizz eine Qualitätskontrolle, dieses Album wäre nie durchgekommen. So mü?en es eben die Connaisseure mal wieder richtigstellen. Und mein Tipp an The Field: Geht mal bei Akufen in Lehre, da könnt Ihr lernen wie es richtig geht.

Connaisseur_M sagt:

Augen auf beim Musik Kauf. Einmal unachtsam und schon hat man eine CD wie diese hier. Von Interviews gelockt (“Minimal, aber mit Melodie”) und beim Online-Vorhören vorschnell in diese Richtung hinein interpretiert (“ah, wie Holden!”). Nachher ein Erwachen. Das soll kein frustrierter Diss werden, aber etwas enttäuscht war ich schon: Wie ein Koffer im Roentgengeraet sieht man die Zutaten alle glasklar:

  • Man nehme irgendeinen Abschnitt aus irgendeinem Lied. Maximal 3 Sekunden lang. Es ist egal welches.
  • Zerschneide diesen in drei bis funef sehr kurze Loops (maximal twei Töne hintereinander)
  • spiele diese Loops auf einen DJ-Sampler
  • klimpere auf den Loops rum, bis ein eintaktiger Loop fertig ist und speichere ihn
  • verlängere das auf 8 bis 8 Minuten
  • nimm für den nächsten Song einfach 4 neue Samples
  • aber lass den gleichen Takt vom vorherigen Lied einfach weiterlaufen

So hört sich das dann an: Die Tracks bestehen aus kaum mehr als zweitonigen Loops, die eher lieblos aneinander gereiht werden. Nach wenigen Takten wiederholt sich das ganze dann und wird auf 6 bis 8 Minuten gestretched. Beim hören habe ich mich mehrmals dabei erwischt, meinen MP3-Player zu verfluchen, weil ich fälschlicherweise annahm, er würde die CD wieder von vorne abspielen. Aber nein, es klingt doch alles sehr, sehr ähnlich. Nur die Samples sind leicht ausgetauscht aber der Trackaufbau gleicht den Vorgängern.

Klingt insgesamt, wie das Notizbuch von jemandem, der seinen neuen Mini-Sampler am Wochenende testet. Die Tracks klingen roh, unfertig und wirken dadurch lieblos. Es sind schon tolle Soundscapes dabei, aber alles einfach zu eintönig, zu wenig ausgebaut. Unfertig. Das alles als Album zu verkaufen ist doch etwas, aeh, dreist. In einem weiteren Interview hat sich The Field auch ausdrücklich von “Minimal-Trance” distanziert. Na ja, vielleicht war es auch eher umgekehrt?

Fazit: Könnte man gut hören, wenn’s fertig wäre. Da aber zu vermuten ist, dass das alles ganz bewusst so gemacht wurde (hat ihm ja bisher auch gute Presse gebracht), bleibt eher Enttäuschung.


In die CD reinhören:

 

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*

Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.