Young Ax – Higher Ground

Der deutsche High Contrast!

M

Bei all der UK DnB Hörigkeit die hier auf unserer Seite gefeiert wird, tut diese Rezension doppelt gut. Zunächst die Facts: Der Berliner Alexander Zwingenberger aka Young Ax präsentiert auf unserem Tübinger Lieblingslabel Santorin sein Debut Album. Man mag mir nun Lokalpatriotismus vorwerfen, aber wer dieses Blog aufmerksam verfolgt hat, weiss, dass ich auf Young Ax schon das eine oder andere Mal dezent hingewiesen habe.

Deswegen auch gleich rein in die ?berschriften-Prostitution: Ja, Er ist es! Der deutsche High Contrast!

Jaja das ist jetzt zwar platt, aber ich meine das ernst. Young Ax liefert den astreinsten WOHLF?HL-DRUM-AND-BASS ab der keinen Vergleich zu den Alben der hier gefeierten üblichen Verdächtigen zu scheuen braucht. Im Gegenteil. So viel Funk und Soul war selten. Dazu absolut ausgefeilte Beats, bei denen Young Ax nicht davor zurückschreckt auch ältere DnB Standard-Loops zu verwenden, diese aber immer wieder neu und unerwartet einzuweben. In diesem Zusammenhang hinkt auch der High Contrast Vergleich, denn solche feinen Beats hört man bei Herrn Barret eher selten. Je öfter und genauer man hinhört, umso mehr Feinheiten werden deutlich. Und trotzdem klingen die Beats dabei nie übervoll oder zu programmiert. Alles rollt. Seit langem die ausgefeiltesten Beats

Diese Details und kleine ?berraschungen setzen sich dann im musikalischen Rest an allen Ecken und Enden fort. Basslines, Melodien, Licks; alles fliesst. Der Gro?teil der Tracks haben ein gewisses “Live-Feeling”. Think High Contrast + NuTone + Craggs&Paralle Forces. Obwohl abgedroschen ohne Ende, möchte ich anmerken, dass ich mir genau unter diesem Sound das vorgestellt habe was gemeinhin als “Liquid” bezeichnet wurde. Dabei wirken die Tracks trotz aller “Oldschool-Elemente” frisch und aktuell. Oder besser zeitlos.

Das ganze Album klingt wie aus einem Guss, durchgängig euphorisch und trotzdem abwechslungsreich. Kann aufgrund der relaxten Atmo auch gut zu Hause laufen. Auf dem Dancefloor haut es aber auch umso mehr rein. Durfte Young Ax einmal beim Auflegen hören und es war ein absoluter Genuss. In seiner Gesamtschönheit kann dieses Album auch ein Door-Opener für diejenigen sein, die bisher mit Drum’n Bass eher weniger am Hut haben.

Wenn ein Jahr so beginnt, wird einem Angst und Bange. THIS ALBUM IS A MUST!

Zudem halten Santorin die Schwaben-Flagge hoch, da das Ding dort als CD nur läppische 12,50 EUR kostet!

DANKE YOUNG AX!

Anspieltipp:
  • 06. Both sides
    Also aber hier und genau hier passt der High Contrast-TrueColors Vergleich am besten. Ein Dancefloor Kracher der – jaa ich hab den Titel verstanden! – sowohl mit relaxten E-Piano lines daherkommt und parallel ein Breakgewitter veranstaltet, das selbst die ältesten Männer sich wieder die Beine verknoten werden. Der absolute Euphorie-Schrei-Rewind-ausflipp Track.
  • 10. Listen Up
    Sphärische Klänge meets Roni Size Kontrabass meets e-Piano line. Unglaublich. Das ist leider so dermassen mein Ding, dass wieder einmal alle “kritische Distanz” flöten geht! zum glück!
  • 11. Midnight Sun
    DIE melancholische Erfolgssingle von Young Ax darf hier nicht fehlen. Extrem poppige Melodie, die einem nicht mehr aus dem Ohr geht, garniert mit Rhodes und swinging beats. Irgendwann kam der Matze mit diesem Ding als Vinyl an und ich war extremst begeistert. Wetten, die Nummer wird kommerziell in 2 Jahren mit Sängerin in UK ordentlich gepimpt?

J

Es geschah bei U Got It dem dritten Titel des Albums und bahnte sich mit einem leisen Scheppern an. Erst dachte ich an einen Aphex Twin Effekt aber dann war schnell klar: The Mukke killed my headphones.
Ok, es handelte sich um 11 Jahre alte Sony In-Ear Kopfhörer der ersten Stunde, aber dennoch: Was viele sich anschickten zu versuchen schaffte Young Ax mit seinem Beat. Kaputt.

Und der M. hätte eh mit nichts anderem gerechnet, wirft er mir doch ohnehin seit langem vor kreative Ausreden zu suchen, wenn ich nicht schreiben will.
Aber in diesem Fall dachte ich mir, dass es sich durchaus lohnen könnte das Album auch unterwegs zu Ende zu hören und lief sofort los einen Kopfhörer besorgen, der mit dicken Beats nicht ganz so leichtfertig umgeht.

Und da man ja auch offen sein mu? für Neues entschied ich für einen LX 70 Sport von Sennheiser. Irgendwas von Neckholder, verrutscht nicht, new technology und wasserdicht verleitete mich dazu. Aber was soll ich sagen: Totale Unzufriedenheit. Sinnlose und wenig durchdachte Innovation. Sieht gut aus und kann aber nix. Also zurück in den Laden und einen Klassiker kaufen, den AKG K314P. Günstiger und grundsolide ohne überflü?ige und nie bewährte Innovation kommt der daher. Und überzeugt mich nach Minuten.
Und das ist die Analogie zu diesem Album. Das ist bestimmt nicht neu, aber jemand hat mit bewährten Zutaten etwas grundsolides geschaffen auf das sicher auch in Jahren noch Verla? sein wird.
U Got It habe ich ja bereits erwähnt und den Vorzug für Both Sides teile ich auch. Denn das ist eine Hammernummer. Bei Bright Nite würde ich mir wünschen, dass High Contrast himself die Bläsersätze re-arrangiert, weil ich denke, dass mich das Ergebnis noch mehr überzeugen würden. Und dann sei noch angemerkt, dass nicht jede Nummer 5 bis 6 Minuten braucht und zumindest ich auch mit vier zufrieden wäre. Da das aber alles ist, was mir zum meckern bleibt:
Jammern auf hohem Niveau, denn diese Album rockt sowieso!

Bei SANTORIN anhören oder kaufen (nur 12,50 EUR !)
Young Ax auf myspace

In die CD reinhören (leider nur 4 Titel, den Rest gibts bei Santorin direkt):



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