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Schöne neue Welt
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1984 läuft und ich höre noch einen Ambientteppich aus Wortfetzen, Espressomaschine, Feuer im Kamin… Kräutertee. Das ist in Summe ein absoluter Flash, Ton und Bild werden eins. Aber das Eine gibt es eigentlich gar nicht.
1984 ist die musikalische Reflexion einer unglaublich dichten Gemütsfläche. Das kann man gesamtheitlich Wahrnehmen und nicht nur hören.
Ich bin restlos begeistert.
Und zwar vom gesamten Album. Dennoch gibt es auch von mir Anspieltipps, die ich hier nebenbei auf der Serviette notiert habe.


Alix Perez war bisher vor allem als Vertreter des “Deephouse / Dubtechno & Bass” Sound um Calibre und Co aufgefallen. Mit 1984 liefert er sein beeidruckendes Debut-Album (was ist 2009 nur für ein Jahr!). Die Tracks bleiben dabei dem ruhigen, deepen, minimalen Kiffer-DnB treu und entwickeln ihn weiter. Deep’n Bass vielleicht. Stücke mit Gast-Vocalisten / Rappern (inkl Ursula Rucker) a la Lynx & Kemo in wechselnden Geschwindigkeiten, Bukemesque Roller, Calibre Sound und dieser unfassbare Minimal-drum’n-bass vom Stil eines Bop, dBridge oder Intramentals (deren unglaubliche Autonomic Podcast Reihe wir hier als Wissen voraussetzen). In der ganzen Tiefe kann man sich ja auch mal leicht verzetteln (lt. Tony Coleman klingt der wohl Gro?teil der an Hospital gesandten Demos mittlerweile nach dBridge und Bop Imitaten mit endlosen langweiligen Soundscapes), aber Alix Perez klingt abwechslungsreich und trotzdem homogen. Die Beats sind trickreich aber bleiben funky, die sphärischen Fläschen angenehm, die Vocals genau dort wo sie hingehören.
Wer auf relaxten, abstrakten Sound auf höchstem Niveau steht und dabei gleichzeitig einen Blick in die Zukunft werfen möchte, sollte hier unbedingt zugreifen. Zweifellos eines der besten DnB Alben des Jahres (auch wenn wir das bei nahezu jedem hier besprochenen Album sagen), das auch dem einen oder anderen genrefremden Gefallen könnte.
- 01. 1984
Das isser, der “Halfstep” Sound. Wahnsinn. - 04. Voices
Ich hatte mir fest vorgenommen, das Wort “vertrackt” in diesem Artikel zu verwenden. Und hier passt es auf die Beats und die Bleeps und die Clonks - 06. Forsaken
Bei diesem perfekten Ambient’n Bass fällt mir gleich ein, dass ich die neue Big Bud auch noch rezensieren muss…
In das Album reinhören: |