Coldcut – Sound Mirrors

Wir sagen: Ehrwürdig!

Connaisseur_J sagt dazu:
Ein wenig Sentimentalität schwingt schon mit, denn Coldcut begleiten mich seit ich denken kann durch mein musikalisches Leben. Als “Stop this crazy thing” rauskam war ich ca. 13 Jahre und das ist eine der ersten Vinyl-Singles die ich gekauft habe. Was die Jungs in der Zwischenzeit alles gemacht haben, ich habe keine Ahnung und habe es auch gar nicht so aufmerksam verfolgt, aber irgendwie waren die immer da. Best Ofs, Remixe, mal hier auflegen, mal da mitmischen.

Das neue Album habe ich mir nur zugelegt, weil mich ein Essential Mix vom Januar dieses Jahres wieder mal an Coldcut erinnert hat. Der bietet den Coldcut üblichen Stilmix und handwerkliche saubere DJ-Arbeit, was sonst……( Den Mix gibt es hier zum downloaden……. ). Und das kann ich auch zum Album sagen. Clever produzierte Musik von orchestralem Downbeat bis an die Grenzen des Electro (bzw. auch darüber hinaus in “Just for the Kick”). Eine wilde Mischung. Interessantes (“Aiddealer”), trauriges (“Mr. Nichols”) und eben auch tanzbares. Gelungene Sache! Bewegt mich.

Anspieltipp:

  • 9. Aiddealer
    So soll Hip-Hop klingen. Gibt es in letzter Zeit viel zu selten. Ein Song der eigenständig wirkt und nicht wie irgendein Ideen-Klon oder Klau der ewig selben Produzenten. Erfrischend!
  • 12. Sound Mirrors
    Umgeben von einer eigenartigen Melancholie, die weder Spiegelbild noch Schatten hat erfüllt dieser Song (nicht ohne Kitsch) meine Bedürnisse an verregneten Montag morgenden in der Hansestadt.
  • 5. Mr. Nichols
    Schön! Mehr gibt es da wohl nicht zu sagen………..

Connaisseur_M sagt dazu:
Lass dich von deinen Gefühlen leiten” sagte unlängst wieder ein Jedi-Meister im Privatfernsehen zu seinem Schüler. Mach ich jetzt auch. Klar, Coldcut sind die Godfathers und ich will jetzt auch meine back-in-the-days story erzählen, wie wir ewig mit deren Ur-Samples damals am Amiga im Protracker versucht haben, daraus Remix Mods zu basteln. Habe irgendwann auch nicht mehr mitverfolgt, was da sonst noch ging. Das U.N.K.L.E. Album fand ich jetzt eher schwach. Ich stimme Connaisseur_J auch zu, das ist schon alles sehr abwechslungsreich und breit. Mir ist das aber alles etwas zu beliebig. Au?er “12. Sound Mirrors bleibt kaum was richtig hängen. Und der Opener “man in a garage” ist zum davonlaufen. Zu viel “featuring Xyz” bei den Vocals ist meist ja ein Indiz, das man wieder alles auf einmal will und es jedem recht machen muss.
OK, so schlimm isses dann doch nicht. “4. Walk a mile” geht schon gut. OK auch “8. Boogie Man” haut rein. Und auch zu “9. Aid Dealer” sage ich laut JA! Trotzdem alles zu durcheinander. Kann man im CD-Player nicht einfach so laufen lassen. Höchstens wenn man alleine ist.

Insgesamt muss man das wohl gut finden, weil eben Coldcut. Daher gehe ich mit “ehrwürdig” konform.

Ich glaube das ist so ein Album, dass eigentlich nur dazu da ist, das einzelne Tracks als Remix die Welt erschüttern (ich wünsche mir z.B. einen Basement Jaxx Peaktime Remix von “This Island”) und man sich nach einem Jahr rückblickend fragt “Wie jetzt, das waren alles Songs von einem Album? Hammer! Das muss ein Hammer Album sein!“.

Also ihr Remixer, waltet eures Amtes!

In die CD reinhören:

3 thoughts on “Coldcut – Sound Mirrors

  1. Obwohl von allen Seiten auf dieses Album eingeprügelt wird (auch wenn die Prügel respektvoll schaumstoffummantelt sind), finde ich es durchaus gelungen. Natürlich würfeln die Herren viele Stile wild durcheinander, aber Coldcut dürfen das. Besonders schön finde ich aber den Vorschlag mit den Remixen: Die Songs haben nämlich derma?en Potential. Einen guten Anfang hat Henrik Schwarz mit seinem “Walk A Mile”-Remix gemacht, so kann es weitergehen.

    • Nach erneutem Dauerhören muss ich hier noch etwas mehr Schaumstoff um die Fäuste legen, damit das nicht alles komplett falsch ankommt.
      Die Tracks sind aber für sich genommen auf hohem Niveau. Aber es ist eben mehr eine Single Sammlung und kein Album.

      Ich wünsche mir einen *High Contrast* Remix von *”Walk a mile”*.
      Und einen Crystal Methods Remix von Boogie Man.
      Und einen Norman Cook Remix von “just for the kick”.

  2. Wenn man bedenkt, auf welchem hohem kreativen, experimentiellen Niveau Coldcut in den 90-ern Musik produzierten, ist dieses Album einfach nur POP!

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