Dublex Inc. – Phoenix

Jubiläums-Rezension: So fing alles an!
Vor fast genau F?NF JAHREN veröffentlichten wir hier die allererste Rezension Dublex Inc. “eight years”.

Wir waren damals gerade von einem Blogprovider in unser eigenes 8000qm Rechenzentrum in der Innenstadt umgezogen und waren erstaunt, wieviel Strom die 1.200 Server dann doch so im Monat verbrauchen. Da kam uns der Zuschuss des Stuttgarter Stadtmarketings ganz recht, der eine Rezension einer Stuttgarter “Clubband” Dublex in dem neuen Medium Internet (damals hie? das Web 1.54 oder so) mit unfassbaren Geldern förderte. Leider merkten wir erst nach der Veröffentlichung, dass der Zuschuss nach der Anzahl der Worte berechnet wurde und unser Test inhaltlich und von Umfang her dann doch recht spärlich ausfiel.

Notgedrungen mussten wir dann auch schnell wieder aus dem Rechenzentrum ausziehen und die Blogsoftware auf Connaisseur_J’s Archos Rockbox MP3-Player installieren, auf der sie bis heute läuft.

Ja, ja, das waren wilde Zeiten damals. Und heute? Hat die Hälfte von uns fast mehr Kinder als Kilos, die andere Hälfte immer noch keine Haare und beide nichtmal einen Twitter Feed. Kurzum: Man könnte sagen wir sind arriviert und saturiert.

M
Wäre man böse, könnte man das auch von Dublex Inc. behaupten. Das Album Phoenix ist jedenfalls eine geballte Ansammlung von Wohlklängen, die machmal einen Tick zu lange Fahrstul gefahren sind. Für das Album haben sich die Vier Mitglieder dazu entschieden, sich in eine Soulband zu verwandeln und live insgesamt zwölf lupenreine Soul-Pop-Songs abzuliefern. “Raus aus der Elektronik, rein in die Charts” rufen da die Neider. “Aalglatt, glattgebügelt, schmierig und anbiedernd” ruft die Barp-Barp-Wobble-Wobble-Fraktion. Ich finde was die Jungs da abliefern muss keinen Vergleich mit den Amys und Duffies dieser (Chart-) Welt scheuen. Ein Ohrwurm jagt den anderen. Schon beim zweiten mal Hören kommen einem die Stücke wie alte Bekannte vor. Ob das daran liegt, dass zu viel altes im neuen Schlauch angeboten wird oder daran dass Dublex Inc. in der Spitzenliga mitspielen mag jeder für sich selbst entscheiden. Ich entscheide mich klar für letzteres. Endlich wieder mal “Lieder”, die man hören kann. Nur bei wenigen (z.B. 02. Rainy Day) wird’s manchmal etwas zu sehr Vodafone-D2-glückliche-Menschen-liegen-sich-in-den-Armen-zu-allerwelts-Soul-Soundtrack. Aber sonst…

Ein so konsequent eingängiges Album habe ich schon lange nicht mehr gehört. Der Nutzwert ist hoch, das Album kann überall problemlos nebenher laufen und generiert beim zufälligen genauer hinhören genau den ?beraschungseffekt, den wir so schätzen.

Arriviert heist laut Duden “beruflich od. gesellschaftlich emporgekommen, Ansehen erlangt habend, erfolgreich“. Angekommen eben. So wie diese vier Jungs.

J
Fünf Jahre….. wow! Das schönste finde ich ja eigentlich, das RadP offline angefangen hat….. wir haben uns Briefe mit Rezensionen geschrieben. Und zum 10-jährigen werden wir eine limitierte Edition dieser Briefe in einer Box zusammen mit einem Megaphon auf der Markt werfen. Und dann könnt Ihr alle Euren Protest rausschreien: “Wir wollen Eure traurigen Lieder nicht mehr hören”.

Bis dahin werden wir dann beide keine Haare mehr haben und vom Kindergeld leben.

Aber ich schweife ab und sollte ja was zu Phoenix schreiben:

Ich fasse mich kurz: Das ist ein Pop Album. Und zwar ein brilliantes. Vielleicht das beste des Jahres. Natürlich muss sowas leicht klingen (aber nur an der Grenze zu weichgespült) und es muss ein bisschen nach Zeitgeist klingen (Nerd, Neptunes, RnB etc.) und um in 2009 bestehen zu können entweder brutalstmöglich nach 80iger klingen oder sich beim klassichen Soul bedienen.
Danke an Dublex, dass sie sich für die Soulvariante entschieden und sonst auch alles berücksichtigt haben um uns ein ganz dickes Pop Album zu bescheren. Ich verneige mich und gestehe: Ich höre das gerne!

Um die Brandbeite zu erfahren folgende Anspieltipps:
  • 6. Rockstar
  • 7. Hell in a Handbag
  • 8. Un peu mais pas trop

 

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