Fabriclive 50 – dBridge & Instra:Mental present AUTONOMIC

Das Beste der 80er, 90er und von heute:
A genre defining mix for the future!

Wie schon mit Martyn bei der 50sten Fabric hat sich Fabric beim Jubiläums Fabriclive Mix 50 (und damit der 100ste Mix insgesamt) nicht lumpen lassen und ihn in die Hände von dBridge und Instra:Mental gelegt, einem Trio, der das Jahr 2009 im Drum’n Bass ma?geblich mitgestaltet hat und dabei darauf besteht, dass es eigentlich gar keinen DnB macht. Mit dem Autonomic Podcast haben die beiden mal eben so den Genrehorizont um eine Art Minimal-Electrostep-DnB erweitert (als Gegenbewegung zum derzeit vorherrschenden Reizüberflutungssound im DnB) und damit auch in angrenzenden Bereichen wie Dubstep oder Minimal für Aufsehen gesorgt.

Und mit dem Erfolg auch gleich dann eine Fabric Residency mit eigener Nacht etabliert und dann eben die 50ste fabriclive mixen dürfen. Mehr shooting star geht wohl nicht (wobei die beiden natürlich alles andere als Newcomer sind). Das Wort “mixen” ist hier jedoch nur als die Spitze des Eisbergs zu verstehen, da die beiden den Fabric Mix als Höhepunkt und Teil Ihrer Autonomic Reihe sehen. Und das bedeutet, dass der Gro?teil der Tracks von Ihnen (4 von dBrigde, 7 von Instra:Mental) sowie von Distance, Scuba, Genotype dann auch extra für diesen Mix gemacht wurde. Dies erklärt auch, warum es um den Podcast nach der 9. Folge erstmal 4 Monate still geworden war, denn die drei Jungs mussten ja Beats basteln.

(En Detail beim Resident Advisor schöner (und vor allem schon im Dezember des Vorjahres) erklärt als hier)

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Seit dem ersten Autonomic Podcast und seit dem ich das erste mal Wonder Where von dBridge gehört hatte war mir klar: Das ist die Zukunft! Was frischeres habe ich seit James Holden nicht mehr gehört. Mein engerer Kreis der zu bekehrenden musste dann auch wochenlang meine Lobeshymnen auf den Track ertragen. Und das ging bei den anderen Autonomic Layers dann so weiter.

Und aber gleich mal mit dem Hype aufzuräumen: Das firmiert zwar noch unter Drum’n Bass, aber eigentlich nur, weil alle Protagonisten aus dem DnB kommen. Die Tracks selber sind zwar durchaus auch mal bei 170 BPM angesiedelt, aber Snares und Bassdrum werden auch gerne mal weggelassen. Würde man die Künstler gegen Leute aus der Dubstep Szene tauschen, könnte das auch ohne aufzufallen als solcher durchgehen. Oder wenn ein Berliner Mimimalhans sowas machen würde, wäre das auf jeden Fall minimal-Techno. Oder wenn alte Tangerine Dream Aufnahmen gefunden werden würden, dann auch. Oder wenn Miami Vice Folgen kämen, würde es dort auch reinpassen.

Ehrlicherweise müsste man dazu 80ies-Electro-Elektronika-Ambient-Minimal sagen.

Kurzum: DnB ist das nun wirklich nicht, aber wird als DnB Innovation vermarktet. Ich bin schon gespannt, wann DeBug und Groove 18 Seitige Leitartikel über die “flotter philospohischer dreier-Liaison zwischen Minimal Techno, Dubstep und Drum’n Bass” schreiben, sobald einer der Vilalobos-Gemeinde so einen Track aus Versehen im Druffsein mal auflegt. Die bisherigen Features in den beiden Magazinen zum Album launch waren jedenfalls wie zu erwarten euphorisch hoch drei. Zu recht!

Zugegebenerma?en ist der Reiz mancher Tracks dieser Compilation also vor allem dem Erscheinen in einem DnB Umfeld geschuldet. Von Minimal-Techno wurden die Drum-Samples entliehen, aus den 80ern die Synthie-Lines (könnten auch bei Klaus Schulze so laufen) und der Miami-Vice-Kitsch, aus den 90ern die Electro-Patterns und aus dem Dubstep na eben die Dubeffekte. Vom DnB höchstens vielleicht das (selten so hoch wahrnehmbare) Tempo und der Hochglanz-Klang. Zusammengebraut klingt das entspannt, futuristisch, retro, deep, neu, frisch. Und das erstaunliche dabei ist, dass der vom Privatradio ausgelutschte Satz “das Beste der 80er, 90er und von heute” eben genau hier das allererste mal stimmt!

Das Ding hat die Chance zum Genre-?bergreifenden Erfolg, denn es ist sicherlich für eine breites Spektrum der Geschmäcker was dabei, ohne das es beliebig klingt. Auch beim xten Mal hören kann man noch das eine oder andere Detail erkennen. In Summe ein Album, mit dem dBridge und Inste:Mental ihr Ziel erreicht haben: zeitlos gute und entspannende elektronische Musik abzuliefern.

Ich bin überzeugt, dass das ein Klassiker wird. Selbst wer nur Material für’s Wichtigtun beim DnB-Diskurs am Firmenfeier-Bankett sucht, findet hier was, um seine Kollegen zu beeindrucken.

Final Fazit: Naja, was soll ich jetzt noch sagen. Man mag das für einen gekauften Review halten, aber ich kann hier einfach nur in Ehrfurcht den Pressetext von Fabric selbst zitieren:

Their gatecrashing of the drum & bass scene over the last few years could yet go down as a milestone in drum & bass. Their arrival, and their approach to making music ‘ which casts aside the shackles of perhaps the last ten years of drum & bass conformist production ‘ has done wonders for making D&B exciting, innovative and relevant again to those outside the perimeters of its traditional fan base.

Unsere Anspieltipps:
(sind diesmal etwas unsinnig, da die Tracks maximal 1,5 Minuten laufen und die CD als Gesamtkunstwerk betrachtet werden muss!)
  • 10. Genotype / Meleka – Distorted Dreams / Go (Acapella) (unten im Player bei Minute 22:00)
    Eigentlich ‘ne Mogelpackung: Grade mal 2 Minuten lang, besteht nur aus einem spärlichen Beat von Genotype plus die Vocals von Meleka‘s UK Funky ?bertune Go. Ergibt aber in Kombination eine so unfassbar explosive Mischung, dass der Rezensör immediately in unvorstellbare Sphären katapultiert wird. Das Ding ist kaum zu ertragen. Tiefer verneigen geht nicht. Fantastisch. Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!
  • 15 dBridge – I know
    Hence the name. Ich sage nur hence the name.
  • 20. Instra:Mental (Scuba) – No Future (Consequence Remix) (unten im Player bei Minute 48:30)
    “London – no future” sagt zwar das Sample (das sich sofort ins Ohr einklinkt und nicht mehr weg geht), aber das genaue Gegenteil ist der Fall. Mnml kann sooo schön sein. Und es erinnert unglaublich an The Irresistible Force. Ich kann es nicht erklären, aber dieser Tune ist vielleicht der Track des Jahres (obwohl er schon letztes Jahr auf der Autonomic 001 zusammen mit Wonder Where rauskam, aber egal). Kein Stück lief so lange auf Dauerrotation wie dieses.
Fabric Live 50 bei Fabric

(selten, dass man eigentlich dem Label-Pressrelease Text so wenig hinzufügen muss und den eigentlich hier hätte 1:1 abdrucken können)

In das Album reinhören:

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