The Streets – The hardest way to make an easy living

Wir sagen: Feuer!

Connaisseur_J sagt dazu:
Ja, so ein Star der hat es schon schwer und die Auftritte und die Kohle und die Bekanntheit machen eigentlich keinen Meter Spa├?. Und damit das auch alle mitbekommen macht man am besten ein Album dr├╝ber…. oder zumindest ein paar Songs. Der Dank f├╝r die schonungslose Aufkl├Ąrung geht in diesem Fall an Mike Skinner aka The Streets.

Und von den unterhaltsamen Texten habe ich schon bei “A grand don’t come for free” gesprochen, das spare ich mir diesmal. Mir geht es immer noch so, dass The Streets f├╝r mich congeniales Hip-Hop H├Ârspiel machen. Zum zuh├Âren, zum mitsingen und ja auch das: Zum tanzen. Denn was auf diesem Album teilweise mit B├Ąssen und Beats abgeht! Direkt in die Beine. Wollte diese Vokabel zwar in diesem Leben nie benutzen, aber zu dieser Platte f├Ąllt mir nichts besseres ein: arschtight!

Anspieltipp:

  • 6. You can’t con an honest jon
    Entschuldigung, aber was ist das denn bitte? Absolut derbe Nummer, weltklasse Bass und Synthies und ein minimaler Beat. In die Beine, in den Kopf. Eine Verbeugung gibt es von mir gratis dazu!
  • 2. War of the sexes
    Erf├╝llt alle Klischees, die einem sofort zu diesem Thema einfallen. Perfekt. Ach und ├╝brigens: “Did you know? Cigarette lighters have been invented before matches?
  • 10. Two Nations
    Wo wir schon beim Thema Klischees sind. Eine wundervolle Abhandlung ├╝ber UK und USA……but we were the ones who invented the language!

Connaisseur_M sagt dazu:

Hey Connaisseur_J, danke, dass ich hier fast schon schleimig ausf├╝hrlich werden darf! Nein, ich versichere hochheiligst, dass das kein Pressetext ist, den ich hier abschreibe, sondern meine Meinung. F├╝r mich hat sich Mike Skinner mit The Streets seine eigene Nische geschaffen. Mir f├Ąlt zumindest niemand ein, der mit der Kombination aus “spoken word” und Grime Beats so einen Erfolg hat. Nun das dritte Album und da muss man schon Angst haben, das irgendwas schief geht. Oder er vor lauter Drogen handzahm wird und seine Major-Plattenfirma die Oberhand gewinnt und z.B. Melanie C. als Gaststar gebucht wird. Oder ein Weihnachtslied. Oder was zur Fussball WM.

Zum Gl├╝ck ist nichts davon passiert. Dieses Album ist ein einziges The Streets Konzentrat. Noch minimalere nerv-Sounds, noch mehr Genuschel, noch direktere Texte, noch gr├Âligere Refrains, noch kitschigere “Balladen”.

Zum Beispiel der Sound: Hier sind auch mit dem Mikroskop kaum Zugest├Ąndnisse an den Mainstream auszumachen. Die Beats werden maximal hingerotzt, als w├╝rde er beim Walkman h├Âren auf dem Klo nebenher einen Rythmus mit der B├╝rste nachklopfen und das dann gleich aufnehmen.

Die Arrangements sind – gelinde gesagt – sparsam. Mehr als 4 Spuren scheinen da nicht drin zu sein. Klapperbeats, Kindermelodie, ein Effekt – das war’s dann. Und das dann maximal 8 Takte lang plus eine Variation beim Refrain. Klar, das kann auch ganz sch├Ân nerven, wie bei “Memento Tori” oder “Fake Street Hats”. Bei “Can’t con an honest John” funktioniert das aber genau aus dem Grund.

Oder er holt den K├Ąsehammer raus wie bei “Never went to church” und ├╝bertreibt wieder mal mittels totaler Kitsch-Reduktion. Damit das trotzdem funktioniert packt Skinner bei den Refrains einfach alle Voice-Chorus Plug Ins aus, die sein Mac hergibt. Oder gr├Âhlen da einfach seine Nachbarn mit? Hm, kann nat├╝rlich auch sein.

Heraus kommen dann garantiert Promille-taugliche Hooklines, die einfach jeder britische Hooligan selbst im Delirium noch mitsingen kann. Insgesamt aber konsequent roh. Jeder Song ist ca. 3:30 lang und das war’s dann auch. Blendet man die Texte aus, ist das mit Abstand betrachtet schon derbe nerv├Âse Mucke. Zusammen mit den Texten funktioniert es aber sowas von auf den Punkt. Klar, in jeder Suppe ist ein Haar: Mir fehlen die euphorischen oder langsamen Dinger wie z.B. “turn the page” oder “has it come to this”. Aber f├╝r so eine Weichsp├╝lerei ist wohl bei dem bisher h├Ąrtesten Album kein Platz mehr.

├?berhaupt die Texte: Es ist wieder alles drin, was man sich so unter dem “live of the (mittlerweile famous) geezer” so vorstellt. Ironisch, dreckig, tiefsinnig, direkt. Das kann keiner so wie er.

Ach so, wem das Genuschel einfach zu schnell geht, der kann hier oder hier nachlesen, wasser denn jetzt so sacht, der Streets.

Ein geniales Album, das hier wieder niemand gut finden wird. Chips mit Salt & Vinegar Geschmack mag ja auch fast niemand…

Ach so, ich muss noch Anspieltipps hinzuf├╝gen:

  • 3. The hardest way to make an easy living
    Bester Text.”” Keiner hat die Kostenrechnung eines Millionensellers jemals so bildhaft beschrieben.
  • 7. When you wasn’t famous
    Der Mega-Hit des Albums! Monster Pop-Hookline, absolut Zeitgeist-Blitz-Boulevardmagazin tauglicher Text! Der Refrain geht mir einfach nicht mehr aus dem Kopf:
    When you’re a famous boy
    It gets really easy to get girls
    it’s all so easy you get a bit spoilt
    So when you try to pull a girl
    Who is also famous too
    It feels just like when you wasnÔ??t famous

In die CD reinh├Âren:

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