The Young Lovers – Young Lovers

The chill side of a hyperactive mind.

M
Oh jeh, noch so eine Nachzügler-Rezension unter dem Geschenke-Deckmantel. Joshua Harvey aus Essex ist erst 28 Jahre und hat jetzt schon mehr Aliase als die meisten Männer Unterhosen: Hervé, Action Man, Dead Soul Brothers, Voodoo Chilli, The Count (of Monte Cristal mit Sinden), Machines Don’t Care (mit Sinden, Fake Blood, Drop The Lime, Toddla T, Trevor Loveys, Detboi and Affie Yousef). Wobei Hervé und Count sicher die bekanntesten sind. Au?erdem hatte er vor einer Ewigkeit mit Fidget House ein komplett neues Genre erfunden und dann auch schnell wieder verlassen.

Seine aktuelle Musik klingt als wäre sie extra für Annie Mac’s MashUp erfunden worden: Ein wildes Gemisch aus Oldschool-Rave-House angereichert mit Elementen aus den letzten 20 Jahren Dancemusik-Geschichte. Dabei schert er sich einen Dreck um alle Konventionen und verfolgt nur das Ziel, sofortiger brachialer Abfahrt. Seine Tracks klingen dabei wie der Gang übers Oktoberfest oder der musikalische Output eines ADHS-Patienten im Endstadium.

Das erschreckende ist zudem die unglaubliche Geschwindigkeit, mit der er produziert. Unzählige Remixe, Alben und Singles. In 2009 gefühlt sicher mehrere hundert.

Ob diese Story nun stimmt oder nicht, ist eigentlich egal, aber er wollte wohl mit Freundin (nein, es ist nicht Annie Mac) nach Barcelona und er dachte sich,

ah herrjeh nehm ich mal chillige musik mit, aber meine eigene ist zu ravig, da such ich halt eine aus meiner 8 Terabyte gro?en Sammlung.
Hmm, mist, das dauert ja ewig, hätte ich mal lieber besser taggen sollen.

Ah was soll’s, bis ich da was finde, da schreib ich lieber selber schnell ein Album mit NuJazz / Downbeat Mucke.

Hab’ ja noch 4 Stunden bis der Flieger geht.


Und so erfindet er das Alias “Young Lovers” (hach, sicher total autobiographisch) und schüttelt schnell ein Album mit lauter Lounge / Downbeat / NuJazz Stücken a la Compost raus. Geschmackssichere Auswahl der Samples garantieren ein hohes Niveau und tollen Effekt. Beeindruckend ist, wie er trotz des eher ruhigeren Tempos immer wieder kleine Herve-Schlenker macht. Hört sich an wie ein auf CD gepresstes Tourette-Syndrom. Kann als Warm-Up laufen, einzelnes den Dancefloor-Jazz Abend einleiten.

Kraftvoll, fett, frisch

Und einfach beeindruckend, was ein Mensch innerhalb eines Jahres alles an Output haben kann.

Unsere Anspieltipps:
  • 01. You make me dizzy
  • 04. Low Down
  • 09. Midnight to Morning

In das Album reinhören:

 

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