Oliver Schories – Fields without Fences

Durchgestylte Entspannungs- und Begleitelektronik für audibile Genießer!

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Total unprofessionell ist es, wenn der Grund für die Rezension sowie die Rezeption des Rezensionsobjektes über die Maßen von der Person des Rezensenten abhängen. Wie schön, dass man auf einem privaten Blog nicht professionell sein muss, schon gar nicht hier. Und so kann ich ungehindert belangloses von mir geben. Zum Beispiel, dass Oliver Schories’ drittes Album in vier Jahren vor allen deshalb rezensiert wurde, um dem Autor etwas Abwechslung aus der selbst gewählten Isolation aus Drum’n Bass, UK Bass und UK Garage zu bescheren.

Denn was für eine gute Gelegenheit: Ein ganzes Album voller netter Plätschertronika! Der Pressetext spricht wortgewaltig von “truly captivating, emotional and spiritually enlightening journey“, Thump/Vice disst es als jedemrechtmachenwollende Ansammlung von Belanglosigkeiten Oliver Schories ist nicht Van Damme, sondern ein mittelgroßer gemischter Salat)

So was weckt natürlich das Interesse der sensationslüsternen Laienpresse (ws dazu führt, dass man sofort das lesen weiterer Artikel darüber einstellt). Wie zu erwarten, treffen beide Aussagen den Nagel auf den Kopf:

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Deepchord – Sommer

Direkt ins Blut

M
Hä? Es kommt mir vor, als hätte ich hash-bar loops, das letzte Album von Rod Modell aka Deep Chord gerade erst fertig gehört und jetzt kommt mit “Sommer” schon sein nächstes Album? OK es war tatsächlich 2011, aber er releaset ja jedes Jahr ein Album als Deepchord oder Echospace.

Das neue Album also Sommer. Und das heisst im Dub Techno, dass auch mal hellere Töne vorkommen dürfen und die Beats beschwingter sind, was allerlei Percussion Samples unterstreichen. Das Tempo ist auch relativ hoch, das war mir bisher nie so aufgefallen. Ansonsten rauscht, mumpft und zischt es so, wie es soll und drunter pulsiert ein Beatgehoppel. Sehr schön auch das Kommentar eines (hmm komisch, US Kunden), der dachte, die Vinyl wäre kaputt, weil alles so dumpf und verrauscht klingt. Works as designed und this bug is a feature, just rtfm! kann man da wohl nur sagen.

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paniq – Beyond Good and Evil

This is Demostep Vol.1
or:
Showing the post-dubstep scene
what they should have been looking at
in the first place.

Paniq’s elftes Album Beyond Good and Evil begann als Spendenaufruf zur Schaffung des “most remarkable album on the entire planet” (wir berichteten). Trotz oder wegen dieser größenwahnsinnigen Ansage bekam er mehr Spenden als gefordert und musste nun seiner eigenen Ankündigung Taten folgen lassen und ein ganzes Album in wenigen Monaten aus dem Boden stampfen, nur mit Hilfe von open source Musikprogrammen, die er auch noch größtenteils selbst entwickelt hat, und sicher nur spärlich bekleidet in seiner Hamburger Wohnung 24 hours vor dem Rechner.

M
Bin mir unsicher, wie in diesem Zusammenhang nun zu verstehen ist, dass der Titel geändert wurde. Aber eigentlich ist “jenseits von gut und böse” ja nur ein Synonym für den Versuch das most remarkable album produzieren zu wollen. Gespannt war ich vor allem darauf, ob oder wie sehr man dem Album die kurze Zeit und den Druck anhört unter dem es zweifelsfrei entstanden sein muss.

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Johannes Heil – Loving

?30 Techno für die Vätergeneration

M[mieses Stammtisch-Schubladendenken = ON]
Hatte ganz vergessen, dass wir in unserer Blog-Software die Kategorie “Techno” überhaupt haben. Das ist ja so wie blinden von der Farbe erzählen. Habe offen gesagt nicht den blassesten Schimmer von dem was heute “Techno” heist oder klingt oder oder. Und beim Namen Johannes Heil zuckte ich früher immer schranzartig zusammen und konnte damit so ganz und gar nichts anfangen.

Im Pressetext steht Laber Laber Laber von “Liebe” und “hach ja” und so weiter. Im ersten Stück lacht sogar wohl eins seiner Kinder. Seit wann darf denn bei deutschem Techno gelacht werden? Ist denn jetzt alles erlaubt oder wie? Ist das jetzt etwas ?-30 Schranz für die Vätergeneration? Background-Mucke für den Waldtag?

(ahhh jaja das hier ist kein Kinder-Blog aber auf dem befreundeten www.slipperyfloor.hk muss ich wohl doch mal die Waldtag-Story erzählen)
Auf jeden Fall erwartete ich nichts und wurde positiv überrascht! (sozusagen [mieses Stammtisch-Schubladendenken = OFF])

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Scuba – Triangulation

Electronic Wonderland
M
Ach irgendwie ärgert mich diese ganze Dubstep-Feulletonisten-Scheisse: Meine Theorie ist ja, dass Dubstep nur deswegen der schreibenden Presse liebstes Kind ist, weil der Original-Entwurf so unsexy, so white, so wenig funky war wie nur irgendwas und man deswegen nie in die Verlegenheit kommen musste, dass das jemand in Lichtjahre-entfernung zum Mainstream gut finden könnte oder dabei sogar Spa? haben könnte.
Kurzum also meine Standard-Theorie: Alles was dem Underground-4Ever-der-ewig-Berufsjugendlichen, der Distinktions-Sucht-Lustfeindlichkeits-galorender-Shoegazer-Nerds nutzt, wird gehyped. Und der Beweis: der von Scuba selbst als “Hardcore” Dubstep (als Pendant zum DnB Jump-Up) mit seiner Wobble Wobble Bass-Pornografie für 12-jährige Jungs, der aber immerhin zur Peaktime auf der Tanzfläche laufen kann, ohne das alle gleich gehen und sogar Frauen tanzen, wird natürlich als Untergang des Dubstep-Abendlandes hochnäsig gedisst (OK, nach einem ganzen Abend von dem Zeug vielleicht in Ansätzen nachvollziebar, aber grundsätzlich doch nur wieder das alte Muster).
Ok, ok ich schweife ab…

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Martin Roth – verloopt in Berlin EP

M

  • Eigentlich rezensieren wir hier keine EPs, sondern nur Alben
  • Eigentlich haben wir mit “Techno und Trance” ja eher weniger zu tun
  • Eigentlich ist dieser Veröffentlichung vom May auch schon zu alt, um sie hier als den neuesten Shit zu feiern

Eigentlich ist das alles aber Mumpitz. Diese EP habe ich beim Beatport surfen entdeckt und sie hat mich sofort dermassen umgehauen, dass ich meiner Begeisterung hier freien Lauf lassen muss.

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Fabric 39 – Robert Hood

=

M Beim klassischen Kasperle-Theater hat das Krokodil ?? trotz seiner Rolle als das personifizierte Böse ?? auch eine komischen Charakter. Es gibt aber Kinder, die fürchten sich wirklich davor. Zart besaitet erleiden Sie bereits in jungen Jahren einen Schock, haben Angst vor der sozialen Isolation und trauen sich nicht, es jemandem zu erzählen, weil sie sonst verlacht werden würden; ausgegrenzt.

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Gregor Tresher – a thousand nights

Endlich wieder Techno.

J
Connaisseur_J sagt:

Die seltenen Fälle in denen es gelingt sich absolut kurz zu fassen sollte man nicht verstreichen lassen. Mein Kollege reicht mir diese Scheibe von Gregor Tresher rüber, ich höre sie, sie macht sie breit und folgendes steht geschrieben:

Trocken wie drei Tage altes Toastbrot, locker dahinschnurrend wie ein gut gewarteter Motor und mit der Innovationskraft eines Bingoturniers vermag der Sound des Herrn Tresher mich zu überzeugen. Genial.

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Trentemoeller – the last resort

Connaisseur_M:
Zunächst war ich sowohl skeptisch und ungebildet: Letzteres, weil ich von Trentemoeller im besonderen und Poker Flat im allgemeinen keinen blassen Schimmer habe. Und skeptisch, weil hier zwei gefährliche Dinge zusammen kamen: Seitenlange “Homestories” in den einschlägigen Postillen über diesen Dänen und dazu noch ein euphorisierter Jan, der uns das hier wärmstens ans Herz legt.

So was endet sonst immer in stumpfem Gewummer a la Audion.
Wie gut, das diesmal alle Vorurteile Lügen gestraft wurden.

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Open letter to James Holden


[pathos =”strong”]

Dear James Holden,
thank you for nothing. Thank you for
Nothing! Thank you for everything!

We found the song more or less by accident on the “Extreme Couching Part5” compilation while spending one of the best weeks there is in a fascinating city abroad together with my closest and intimate friends. The track hit us out of nowhere. We were all immediately blown away. The only thing we were able to say (all at once) was:

W H A T. I S. T H I S!

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